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«Es ist eine Ehre, für den SMBC zu arbeiten»


René, Du bist jetzt bereits einige Jahre Technical Direktor des Saint Moritz Bobsleigh Club Race Team. Was fasziniert Dich an dieser Aufgabe in diesem Traditionsclub?

Ich bin im SMBC der Technical Direktor und im Racing Team (RT) der Präsident, dies sind natürlich gleich zwei Aufgaben. Dadurch habe ich natürlich etwas mehr Arbeit. Aber als Präsident führe ich das RT, was mir sehr viel Spass macht. Natürlich führe ich nicht alleine, denn meine Vorstandsmitglieder machen auch eine sehr grosse Arbeit, die ich natürlich alleine nie bewältigen könnte.
Als TK-Chef habe ich im Winter mehr Arbeit an der Bahn sowie viel Kontakt mit den Athleten, den ich im Sommer nicht habe. Meine Arbeiten erledige ich meistens mit dem Sportchef vom RT zusammen. Wir beide haben einen Riesenspass all diese Sachen für den grossen Saint Moritz Bobsleigh Club zu erledigen. Es ist uns eine Ehre in diesem Club zu arbeiten.

Du warst vor ein paar Jahren selber aktiver Bobfahrer - wie bist Du als Glarner zu dieser Sportart gekommen?

Ich war viele Jahre der «schnellste Glarner» und arbeitete in St. Moritz, so hat man mich entdeckt. Ich war viele Jahre Bremser und wechselte wegen ein paar Stürzen dann selber an die Seile.

Was hat sich in dieser Zeit wesentlich verändert?

Vieles! Das Material wurde besser, Schlitten und Kufen wurden aber auch viel teurer. Die Athleten bekommen bei guter Leistung einen Lohn, dies haben wir früher nie gehabt, eher das Gegenteil. Wir mussten unsere Ferien opfern und selber die Hotels und Reisen bezahlen. Der Sport ist in der Zwischenzeit viel zu teuer. Wenn man in diesem Bereich keine Lösung findet und die Kosten nicht in den Griff bekommt, werden wir in ein paar Jahren keine Bobfahrer mehr haben. Bestes Beispiel sind die vergangenen Jahre. Wir hatten eine C-Meisterschaft, eine B-Meisterschaft und natürlich die Elite-Meisterschaften mit je 20 Mannschaften. Heute bringt man in der Elite-Meisterschaft nicht mal mehr 20 Teams an den Start. Die C-Meisterschaft gibt es nicht mehr und bei der B-Meisterschaft starten noch ca. 5 Mannschaften…

Du bist nicht nur selber Rennen gefahren, sondern warst auch als Test-Pilot für das ehem. Weltcup-Team von Marcel Rohner unterwegs. Wie war dieser Kontakt entstanden?

Marcel war früher Bremser bei mir, er wollte  nachher auch selber fahren  und ich habe es ihm beigebracht. Das war eine anspruchsvolle Aufgabe. Ich habe noch keinen gesehen, der so viele Stürze verzeichnete, wie er.  Aber er hat nie aufgegeben und wurde ein sehr guter Pilot. Ich half ihm bei Kufen- und Schlittentests. Ich war hierfür wochenlang unterwegs. Das Material nach Nagano wurde erst aufgeladen, als ich das OK gegeben hatte. Wir holten damals Silber, was mich persönlich natürlich auch etwas stolz machte.

Was ist Dein Ziel als Technical Direktor beim Saint Moritz Bobsleigh Club?
Ich will möglichst viele Athleten zum Bobsport bringen und den bestehenden Athleten möglichst alle Wünsche erfüllen.

Beat Hefti und sein Team werden kommende Saison an den Olympischen Winterspielen in Sotchi teilnehmen. Was traust Du diesem Spitzenteam zu?
Auch er ist bei mir in die «Schule» gegangen. Ich erwarte, dass er eine Medaille holt. Die Resultate in der letzten Saison zeigen, dass er das Potenzial hat, aber es muss alles stimmen, vor allem darf es keine Verletzten geben.

Für den Lichtensteinischen Bobverband bist Du als Bahntrainer auf der Weltcup-Tour. Kann man damit rechnen, dass das Fürstentum Lichtenstein eine Mannschaft in Sochi stellen wird?

Ja, man kann davon ausgehen. Liechtenstein wird alles daran setzen. Wir werden anfangs November wieder nach Übersee fahren um da wichtige Punkte im Americans Cup einzufahren.

Interview: Markus Hungerbühler
Sportchef Racing Team St. Moritz Bobsleigh Club

 

 

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