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«Ich war in teils exotischen Sportarten aktiv»


Peter, Du bist bereits einige Jahre für den Saint Moritz Bobsleigh Club tätig. Wie lange bist Du jetzt schon bei unserem Traditions-Club?

So genau weiss ich das gar nicht mehr, meine erste Lizenz habe ich noch über den Bob Club Silvaplana gelöst, schätze aber, dass ich ab den frühen 90-iger beim SMBC Mitglied war bzw. meine Lizenzen eingelöst hatte.

Früher warst Du selber Bob Athlet. Wo und von wem bist Du entdeckt worden? In der Leichtathletik oder im Nationalturnen?

Ich suchte damals für eine „verrückte“ Alpenquerung mit dem Mountain Bike einen Mitstreiter. Hugo Wismer sagte sofort zu, obwohl er wenig Mountain Bike Erfahrung hatte und unter der Bedingung, dass ich mit ihm Bob fahren solle. So gesehen war mein Einstieg in den Bobsport eher das Nebenprodukt einer verrückten Mountain Bike Tour, wurde aber sehr schnell diejenige Sportart, die mich nicht mehr loslassen sollte.

Vor dem Bobsport war ich in verschiedenen, teils „exotischen“ Sportarten wie Fechten oder militärischen Wintermehrkampf aktiv.

Auch bist Du seit einigen Jahren bei der FIBT als internationales Jury Mitglied tätig. Wirst Du an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sochi im Einsatz stehen?

Nein, ich werde dafür an den Europa- und Weltcup Rennen im Einsatz sein.

Du bist in Deinem Job recht engagiert. Wie findest Du trotzdem noch Zeit Dich im Bobclub St. Moritz und als Jury Mitglied zu betätigen?

Das geht nur mit konsequenter Prioritätensetzung und striktem Zeitmanagement. In meinem privaten Leben darf ich glücklicherweise auf das Verständnis meiner Frau und meiner zwei Töchter zählen.

Wo siehst Du den schweizerischen Bobsport in naher Zukunft?

Wir müssen aufpassen, nicht den Anschluss zur Weltspitze zu verlieren, denn uns fehlt im Gegensatz zu den anderen grossen Nationen ein breites Feld an Nachwuchsathleten auf EC oder gar WC Niveau. Es ist deshalb wichtig, dass die Vereine eine auf Breite ausgelegte Nachwuchrekrutierung und –förderung betreiben. Dabei sind die Piloten und Athleten welche die Weltklassespitze nicht schaffen, enorm wichtig. Sie sind es nämlich, welche neue Athleten in den Bobsport einführen können und gewissermassen als „Lehrmeister“ die ersten Schritte in unseren Sport begleiten.

Wann bist Du wieder einmal nicht neben sondern in der Bahn zu sehen?

Am ehesten mit Spikes wenn ich als Jurymitglied vor Renn- oder Trainingsbeginn die Bahn abgehe.

Du bist im Bündnerland aufgewachsen, warum hast Du Dich entschieden ins Unterland zu ziehen?

Mir fehlten damals die beruflichen Perspektiven und auch die Möglichkeiten sich aus- und weiterzubilden. Zudem wollte ich die Welt und neue Horizonte kennen lernen, was mir dank den teils mehrjährigen Aufenthalten in Luxembourg, England, USA und Japan gut gelungen ist. Mein Verständnis für das Andere aber vor allem meine Begeisterung für unsere Heimat wurde durch diese Erfahrungen nachhaltig geprägt.

Für das kurze Interview möchte ich mich bei Dir herzlich bedanken. Wir vom Racing Team St. Moritz Bobsleigh Club wünschen Dir weiterhin viel Erfolg mit der Ausübung des Sponsoring Chef.

Interview Markus Hungerbühler

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