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Baumann: «Den Clubmeister-Titel zu verteidigen wäre schön»


Die SMBC-Teams 2012/13 im Portrait - Teil 1: Team Franz Baumann mit Anschieber Florian Jennerwein

Franz, du bist deutscher Staatsangehöriger und wohnst im bayrischen Rosenheim. Warum startest du für den St. Moritz Bobsleigh Club?

Baumann: Ich fahre Bob in erster Linie nicht mehr um ein Ergebnis zu erzielen, sondern weil es mir einfach unheimlich Spaß macht. Darum absolviere ich nahezu alle Fahrten auf einer der schönsten Bahnen der Welt, in St.Moritz. Und da man seine Freizeit natürlich mit netten Menschen verbringen will, die ich zweifelsohne im St. Moritz Bobsleigh Club gefunden habe, war für mich schnell klar, dass ich diesem Verein beitreten will.

Einer deiner ehemaligen Anschieber war der deutsche Olympionike Franz Sackmeister. Franz wechselte im Anschluss zum deutschen Top Team von René Spiess. Wie kam dieser Kontakt zustande?

Franz startete damals für den SV Ohlstadt, ein Verein mit langer Bobtradition. Ich bin damals schon ein paar Jahre für den WSV Oberaudorf gefahren. Da damals nur zwei gute Juniorenteams in Bayern aktiv waren und Hartl Sanktjohanser schon einen guten Bremser hatte, wurde Franz mir zugeteilt. Wir sind aber nur zwei Rennen zusammen gefahren, denn nach der knapp verpassten Qualifikation für die Junioren-WM kam Franz dann als Bremser zum Team von Rene Spies – wo er dann blieb. Mich hat es gefreut, dass er diese Chance bekommen und dann auch so gut genutzt hatte.

In Deutschland sind die meisten Profi-Sportler Berufssoldaten in der Bundeswehr oder bei der Bundespolizei. Warum hast du diesen Weg nicht eingeschlagen?

Gereizt hätte es mich schon: Das ganze Jahr nichts arbeiten und im Winter ein bisschen Bobfahren… Nein, Spaß beiseite. Die Wahl zwischen Leistungssport oder Arbeitswelt war für mich schnell entschieden. Wir haben zuhause einen Holzbaubetrieb mit 12 Mitarbeitern. Diesen leite ich mittlerweile in der 3. Generation, daher kam der Leistungssport für mich eigentlich gar nie richtig in Frage.

Deine «Hausbahn» steht am schönen Königssee. Was macht diese Bahn so attraktiv?

Mich begeistert die Bahn weil sie zwar sehr anspruchsvoll aber nicht zu extrem ist. Sie hat Passagen zum «verschnaufen», ohne langweilig zu werden. Dazu kommen Kurvenübergänge (S3-S4) bei denen ich mir jedesmal denke, wer da durchfährt muss wahnsinnig sein… Seit meiner ersten Fahrt 1995 wurde die Bahn mehrmals umgebaut und entschärft, was ich sehr bedaure. Natürlich wurde sie dadurch sicherer, aber sicherlich nicht attraktiver. Für mich sind die S-Kurven, genannt Schlangengrube, die schönste Kurvenkombination, die ich je gefahren bin.

Du bist treues Mitglied des St. Moritz Bobsleigh Club. Warum hast du dich für diesen Club entschieden?

Wie gesagt, da ich hauptsächlich in St. Moritz fahre war der SMBC meine Erste Wahl. Ich habe hier sehr viele positive Menschen kennengelernt, die mir geholfen und mich unterstützt haben. Zwar habe ich auch zu spüren bekommen, dass nicht alle goutierten, dass einem Deutschen Bobfahrer eine Schweizer Lizenz ausgestellt wurde. Aber die Herzlichkeit und Kameradschaft, die ich jedes Jahr erleben darf ist der Grund warum ich mich im März schon wieder auf den Winter freue.

Welche Ziele verfolgst du in der Saison 12/13?

Zwischen den Trainings- und Rennläufen vor allem sonnenbaden, ein paar Franken beim Pferderennen gewinnen und bei Sonne und einem Hopfengetränk unfallfrei den Taxifahrten zuschauen. Ich will einfach möglichst viele Fahrten. Natürlich wäre es ein Traum den Clubmeister-Titel zu verteidigen. Fabio wird da wohl aber was dagegen haben. Gespannt bin ich auch auf unseren Nachwuchs aus den Ice-Talents. Und natürlich hoffe ich, dass unser neues Club-Mitglied Beat Hefti im Weltcup startet und nicht auf den Gedanken kommt, ebenfalls um den Clubmeister mitzufahren…

Wirst du diese Saison wieder an den Schweizermeisterschaften in St. Moritz starten?

Nein.

Herzlichen Dank für das Interview. Wir vom Racing Team St. Moritz Bobsleigh Club wünschen dir und deinem Team eine erfolgreiche und unfallfreie Bobsaison 12/13.

Interview: Markus Hüngerbühler, Sportchef SMBC

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