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Scheuble: «Nie Letzter werden»


Die SMBC-Teams 2012/13 im Portrait - Teil 5: Team Hansjörg Scheuble Pilot / Pius Vorburger, Anschieber

Hansjörg, Du bestreitest diesen Winter deine 30. Saison als aktiver Bobfahrer des St. Moritz Bobsleigh Club. Was reizt dich an dieser Sportart?

Mich fasziniert das «Produkt» aus der Kombination Mensch, Material, Materie. Für mich heisst das, dass der Bobsportler körperlich und geistig fit sein muss, sich detailliert mit Materialfragen zu befassen hat und  Gegebenheiten der Materie beachten muss. Stimmt einer dieser Faktoren nicht, rächt sich das am Ergebnis. Die Beherrschung all dieser Faktoren, selbst in meiner 30. Saison, macht für mich immer noch den besonderen Reiz an dieser etwas aussergewöhnlichen Sportart aus.

Was hat dich bewogen mit dem Bobsport zu beginnen?

Als kleiner Junge war ich im Winter verschiedentlich mit meinem sportbegeisterten Onkel, der in St.Moritz ansässig war, als Zuschauer an der Bobbahn, an der Bande bei Eishockeyspielen oder frierend auf der Skipiste . Daran erinnerte ich mich im Erwachsenenalter immer wieder bei meinen Skiurlauben im Engadin. Als es dann zum Skifahren für mich als «Unterländer» wieder mal gefühlsmässig zu kalt und sonst noch unpässlich war, entschloss ich mich spontan, den Bobfahrern zuzuschauen gehen. Aber nur zuschauen war mir dann doch zu wenig. Ich wollte unbedingt selbst mal runter «rutschen». Darum schrieb ich mich für eine zufälligerweise gerade beginnende Bobschule ein. Ja und so begann meine mittlerweile langjährige Leidenschaft. 

Du fährst noch immer mit einem Gustav Weder 2er Bob. Wie bist du seinerzeit zu diesem schnellen Gefährt gekommen?

Gustav Weder wohnte damals noch in seinem Elternhaus in Diepoldsau. Ich in Balgach, einem Nachbardorf. Wir trainierten beide auf der Sportanlage in Balgach und es verband uns, und verbindet uns heute noch, eine echte Freundschaft. So kam es, dass ich für Gustav 1990 bei Leica, meinem damaligen Arbeitgeber, auf die Olympiade 1992 hin ein Kufenprojekt leitete. Er baute sich im Verlaufe des Jahres 1990, auch im Hinblick auf die Olympiade in Albertville, einen neuen Bob. Den bisherigen, mit dem er übrigens 1990 in St.Moritz Weltmeister geworden war, wollte er natürlich keinem Olympia-Konkurrenten in die Hand spielen. So kam es, dass ich im Winter 1991 diesen 1988 von ihm, zusammen mit Walter Loböck, selbst gebauten Bob käuflich erwerben konnte.   

Die Firma Leica in Heerbrugg SG hat die Kufen für Gustav Weder produziert. Du warst massgeblich an der Produktion beteiligt. Wie kam dieser Kontakt zustande?

Ja, das stimmt. Ich war massgeblich an dem herausfordernden und spannenden Kufenprojekt als Projektleiter beteiligt. Wie gesagt, Gustav und ich haben uns als Sportsfreunde gefunden. Als Kadermitarbeiter von Leica genoss ich zusammen mit meinem Vorgesetzten und seinen Direktionskollegen zudem sein uneingeschränktes Vertrauen. Und so kam  es 1990 in der Folge, letztlich auf Grund einer der vielzähligen Reglementsänderungen, zu unserem überaus erfolgreichen Kufenprojekt. Notabene nicht nur für den Zweier und nicht nur für Albertville.

Du bist treues Mitglied des St. Moritz Bobsleigh Club. Warum hast du dich für diesen Club entschieden?

Ganz einfach darum, weil mich mit dem Engadin, und insbesondere mit St.Moritz, seit meiner Jugend sehr viel verbindet.

Welche Ziele verfolgst du in der Saison 12/13?

Ich verfolge mehrere Ziele: Erstens will ich wie immer mit meinen Anschiebern, Pius Vorburger und zeitweise noch Philipp Osvald , Spass an der leidenschaftlichen Sache haben. Zweitens unfallfreie Fahrten geniessen. Drittens trotz unserer Seniorität nie Letzter werden. Viertens die 30 Jahre Igls, 30 Jahre St.Moritz-Celerina  und die 25. Bündnermeisterschaft  bestreiten. Fünftens an Seniorenpokalrennen vielleicht wieder mal einen Preis gewinnen.

Du wirst sicher wieder an der Senioren-Europameisterschaft im Österreichischen Igls teilnehmen. Was ist dein persönliches Ziel?

Ja, natürlich will ich da mit Pius wieder mittun. Wir gehören dort ja so quasi fast schon zum Inventar. Erste Ranglistenseite ? Mindestens in unserer Alterskategorie, ja das wäre toll! 

Wir vom Racing Team St. Moritz Bobsleigh Club wünschen dir und deinem Team eine erfolgreiche und unfallfreie Bobsaison 12/13.

Interview: Markus Hungerbühler

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