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Ritzmann: «Es braucht viel Feingefühl»


Die SMBC-Teams 2012/13 im Portrait - Teil 7: Team Simon Ritzmann, Pilot / Thierry Schück, Pascal Engelhard und Jérôme Kaser, Anschieber

Simon, du kommst aus Grüt Zürich, wie bist du als Unterländer zum Bobsport gekommen?

Meine Grosseltern besitzen ein Haus in Surlej. Aus diesem Grund war es mir von Klein an möglich meine Ferien dort zu verbringen. Im Winter war ich oft als Zuschauer am Olympia Bobrun in St. Moritz. Mit 16 habe ich im Wintersport Magazin der Bahn von der Bobpiloten-Schule gelesen. Mir war sogleich klar, dass ich diese Schule absolvieren wollte, um Bobpilot zu werden.

Was fasziniert dich an der Sportart «Bob»?

Der Bobsport ist einzigartig. Auf der einen Seite ist es das Ausloten der Naturgesetze bzw. der Physik, auf der anderen Seite ist es das Zusammenspiel der einzelnen Teammitglieder, was diesen Sport so faszinierend macht. Obwohl der Sport auf den ersten Blick sehr grob wirkt, braucht es sehr viel Feingefühl und Konzentration.

Was sind deine mittel- bis langfristigen Ziele?

Fortschritte erzielen und so viel wie möglich lernen steht bei uns im Mittelpunkt. Ich finde es schade, dass der Bobsport extrem an Stellenwert verloren hat. Mir ist es ein Anliegen, diesem grossartigen Sport wieder das Interesse zukommen zu lassen, das er verdient. Der einfachste Weg dafür ist, meine Begeisterung auf andere Personen zu übertragen. Neben dem persönlichen Erfolg liegt mir die Förderung von neuen Athleten am Herzen.
Meine Ziele für die kommenden zwei Jahre sind sicherlich Topplatzierungen an den Juniorenschweizermeisterschaften, sowie den Anschluss an die Topteams des Clubs zu finden und um den Clubmeistertitel zu fighten. Ebenso möchte ich auf anderen Bobbahnen neue Erfahrungen sammeln.

Du bist Student. Wie kannst du Bobsport und Schule miteinander verbinden?

Sicherlich ist es nicht einfach, da für Trainings und Rennen auf einer Bahn jeweils mehrere Tage benötigt werden. Da ich jetzt im letzten Jahr meines Studiums bin, habe ich weniger Vorlesungen und ich kann mir die Projektarbeiten selbstständiger einteilen. Somit ist es mir möglich mit vermehrtem Selbststudium mehrere Tage bis zu einer ganzen Woche frei zu nehmen.

Du bist Mitglied des St. Moritz Bobsleigh Club. Warum hast du dich als Zürcher für diesen Traditionsclub entschieden?

Wie schon erwähnt habe ich durch meine Grosseltern die meiste Zeit meiner Ferien im Engadin verbracht. Für mich ist es meine zweite Heimat. Deshalb war es für mich klar, dass dieser Club der richtige ist. Für mich ist es eine Ehre in diesem Club Mitglied zu sein und ich möchte mit meinem Einsatz auch der Region etwas von dem zurückgeben, was sie mir während all den Jahren gegeben hat. Des Weiteren ist die enge Verbundenheit des Clubs mit dem Olympia Bobrun natürlich sehr vorteilhaft.

Wirst du in dieser Saison bereits einen Viererbob steuern?

Auf diese Saison hin verzeichnet unser Team mit Jérôme einen Neuzuzug, so sind wir nun genügend Athleten für einen 4er-Bob. Unser Ziel ist es, diesen Winter in St. Moritz mehrere Läufe mit dem 4er zu absolvieren. Jedoch wird der 2er Schlitten weiterhin Priorität haben.

Kommen deine Anschieber aus der «Sparte Leichtathletik»?

Alle meine Anschieber habe ich während meiner Ausbildung kennen gelernt. Jedoch kommt keiner von ihnen von der Leichtathletik.

Wir wünschen Dir und Deinem Team eine erfolgreiche und unfallfreie Bobsaison 12/13.

Interview: Markus Hungerbühler

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